Tunesien Urlaub mit Safari durch die Wüste [Reisebericht]

Tunesien Urlaub

Tunesien Urlaub mit Safari durch die Wüste [Reisebericht]

Ich möchte euch hier einen Reisebericht über meinen ersten Afrika Urlaub geben. Afrika ist ein Kontinent der mich schon immer fasziniert hat. Aus Kostengründen ist es zwar nur eine kurze Reise nach Tunesien gewesen, die hat sich aber für mich sehr gelohnt. Mit einem Freund zusammen hatte ich eine 14-tägige Reise nach Tunesien gebucht. Wir wollten über Weihnachten und Neujahr dort unseren Urlaub verbringen. Aus privaten Gründen musste er jedoch kurzfristig den Flug stornieren. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut, und bin deshalb alleine geflogen.

Mein Urlaub in Tunesien…

Mit dem Zug bin ich am Freitag nach Leipzig gefahren und dort mitten in der Nacht, 24.00 Uhr angekommen. Der Flug ging erst am nächsten Morgen 6.20 Uhr. Das Problem war jedoch, dass so Spät keine Bus- oder Zugverbindung zum Flughafen Leipzig vom Bahnhof aus bestand. Es war der 19. Dezember, ziemlich kalt und so nutzte ich die Gelegenheit, den wunderschönen Kopfbahnhof Leipzig mir anzusehen. Lange hatte ich jedoch keine Gelegenheit dazu, denn die Security hat mich ohne gültigen Fahrschein kurzerhand aus dem Gebäude verwiesen. So bin ich dann in eine Bar in der Nähe des Bahnhofs und habe dort bis ca. 3 Uhr die Zeit verbracht. Danach mit dem Shuttlebus zum Flughafen, eingecheckt und pünktlich 6.20 Uhr mit dem Flieger ab nach Tunesien.

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Freitag – 9.30 Uhr Ankunft in Monastir,
mit dem Bus zum Hotel. Sachen auspacken, kurz etwas ausruhen. Dann zu Fuß Richtung Sousse, ins Restaurant „Halia“, gestärkt mit einer Pizza und frisch gepresstem Orangensaft und weiter Richtung Stadt. Nach einer kurzen Besichtigung des Stadtkerns machte ich mich auf den Rückweg ins Hotel. Es dauerte nicht lange und ein Einheimischer hielt mit seinem Eselskarren an und nahm mich mit. Wir fuhren durch viele Straßen und abgelegene Gassen. So hat er eine kleine Sightseeingtour mit mir gemacht. Ich dachte: „Wow der ist ja freundlich.“ Am Hotel angekommen, hielt er die Hand auf und bat um einen kleinen Obolus. Ich weiß nicht mehr wie viel ich ihm gab aber er war wohl nicht zufrieden und fing gleich an zu verhandeln. Im Hotel angekommen, etwas zu Abend gegessen und noch kurz auf dem Balkon meines Hotelzimmers die schöne Aussicht und das rauschen des Meeres genossen. Das Hotel lag nur ca. 50 m vom Strand entfernt und mein Balkon schwebte praktisch über den Dünen. Alt bin ich an diesem Abend nicht geworden, hatte ich doch die letzte Nacht nicht geschlafen.

Tunesien Strand Urlaub mit Safari durch die WüsteSamstag – 8.00 Uhr aufgestanden,
Frühstück.
9.30 Uhr mit dem Taxi ins Casino Royale, dort fand 10 Uhr eine kleine Begrüßung der Firma Neckermann statt. Ich hatte mich dort für eine 3-tägige Wüsten Safari-Tour angemeldet. Nach der Begrüßung bin ich wieder Richtung Sousse Stadt gelaufen und 500 m weit gekommen, da lief mir der Hotelkoch meines Hotels über den Weg. Er hatte „zufällig“ Zeit, wollte mir was zeigen und hat mich unweit in ein Lederwarengeschäft gebracht. Es war ganz schön mühsam, den Laden ohne was zu kaufen zu verlassen. Ca. 12 Uhr war ich nach langer Diskussion, einem Kaffee und trotzdem 15 Dinar weniger im Portemonai endlich wieder auf dem Weg Richtung Stadt. Bin dort durch die Straßen und Geschäfte, bis mir wieder einer was „andrehen“ wollte. Diesmal Schmuck. So langsam fing diese Sache an zu nerven und ich fing an darauf gar nicht mehr zu reagieren, was ich wohl auch erst lernen musste. Lässt man sich auf ein Gespräch ein, ist es schwer da wieder herauszukommen. So ging ich wieder zum Hotel und am Nachmittag habe ich dann noch zu Fuß den Yachthafen in Port El Kantaoui erkundet. Gegen 22 Uhr fiel ich müde ins Bett.

Sonntag – 8.00 Uhr aufstehen, Frühstück.
Ich hatte am Tag zuvor gesehen, dass man eine Unterwasser-Rundfahrt machen konnte. Das habe ich dann auch gemacht, es war ein tolles Erlebnis. In einem Boot saß man tief in dem Rumpf, ca. 2 m unter Wasser, und konnte in dem klaren Wasser viele bunte Fische, Korallen und andere Meerestiere beobachten. Den restlichen Tag habe ich am Yachthafen verbracht, mir die schönen Segelschiffe angesehen, im Café gesessen und das schöne Wetter genossen. In Deutschland war es kalt, als ich in Leipzig losfuhr war es 0° C, hier in Tunesien waren es herrliche 21° C und Sonnenschein.

Montag
habe ich etwas länger geschlafen und bin erst gegen 10.00 Uhr aufgestanden, Frühstück habe ich im Hotel dennoch bekommen. 12.00 Uhr habe ich mir einen Motorroller gemietet. Ich bin damit Richtung Norden am Strand entlang gefahren, später in einen Weg der durch große Kakteenfelder führte eingebogen. Ich fühlte mich gut, es kam mir vor wie ein Abenteuer, die andere Natur, Flora und Fauna begeisterten mich. Irgendwann kam ich wieder auf die Straße nach Tunis. Ab und zu bin ich immer wieder nach rechts an den Strand gefahren, habe Zigarettenpausen gemacht und mich gefreut. Es war herrlich warm, Sonnenschein, ein Tag wie im Mai bei uns. Auf der weiteren Fahrt bewunderte ich immer wieder die Landschaft, die mich doch schon etwas an Steppe erinnerte und Wüste erahnen ließ. Ich kreuzte auf meiner Fahrt immer wieder befestigte Straßen und so fuhr ich ein Stück Autobahn. Das war aber kein besonderes Vergnügen, denn die Straßen sind ziemlich katastrophal vom Zustand her und die Lkws und allgemein der Verkehr ist echt gefährlich dort. Also habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Ich bin fast die gleiche Strecke gefahren und habe zwischendurch immer wieder Pausen gemacht. Den Roller hatte ich wieder abgegeben und den Abend in der Hotelbar verbracht.

Dienstag – 7.30 Uhr aufgestanden, Frühstück.
Der Himmel war bedeckt aber im Nordwesten klaffte ein großes Wolkenloch, dass immer näher kam. Gegen 10 Uhr war die Sonne da und so legte ich mich an den Strand und wollte ich den Tag mal gemütlich verbringen und etwas entspannen. Nachmittags habe ich mich dann mit meiner Reiseführerin getroffen und wir haben alles für die 3-tägige Wüstensafari besprochen, die am Mittwoch losgehen sollte. Den Abend habe ich auf meinem Balkon mit Lesen verbracht und bin zeitig ins Bett, denn die Safari-Tour ging am nächsten Tag früh los und ich freute mich schon tierisch darauf.

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Safari durch die Wüste

Tunesien Urlaub mit Safari durch die WüsteMittwoch – 5.30 Uhr aufgestanden, Frühstück.
6.30 Uhr kam Abdul mit dem Jeep und holte mich ab. Tasche in den Jeep und weiter zum nächsten Hotel. Wir sind insgesamt 5 Touristen gewesen die zusammen mit Abdul als Führer die Tour gemacht haben. Die Fahrt ging in Sousse los und der erste Stopp war in Sebkhet El Jem, dort haben wir das Amphitheater besichtigt, ein sehr altes Bauwerk aus Römerzeit und gilt als Weltkulturerbe. Habe mir verschiedene Kräuter andrehen lassen, die ich als Mitbringsel für meine Mutter benutzte. Wir fuhren weiter Richtung Süden, die Landschaft wurde immer sandiger und steiniger. In der Ferne sah man Berge. Die Berge waren eine Steinwüste und dort angekommen haben wir auf dem höchsten Punkt halt gemacht und die tolle Aussicht bewundert. Echt irre, ein tolles Gefühl. Die Fahrt ging weiter nach Gafsa über Sfax und Chott El Guetta. Unterwegs haben wir einige Pausen gemacht, gegessen und Berberhöhlen besichtigt. Aufgrund des heißen Klimas haben die Berber ihre Wohnungen – es sind eher Höhlen – in die Erde gegraben. Dort lässt es sich auch im Sommer einigermaßen aushalten. In solchen Momenten wird einem erst bewusst, wie gut wir es doch hier in Europa haben. Die Landschaft wurde auf der Fahrt zunehmend sandiger, die Bäume immer weniger. Wir näherten uns immer weiter der großen Wüste, der Sahara. In dieser Gegend wurden damals die StarWars-Filme gedreht erklärte Abdul unserer Fahrer. Er hörte während der ganzen Fahrt seine einheimische Arabische Musik, was der Reise eine besondere Atmosphäre verlieh. Später fing es dann aber etwas an zu nerven, deshalb gab ich ihm von mir eine CD mit der uns vertrauten Musik.

Palmenklettern auf eine DattelpalmeIn Gafsa, eine Oasenstadt am Rande der Wüste, haben wir eine kleine Besichtigungstour gemacht, haben zugeschaut wie Datteln geerntet werden und wer Lust hatte, durfte selbst einmal auf eine Palme klettern. Die Nacht haben wir in einem Hotel verbracht und durften den Sonnenuntergang in dieser Palmenoase beobachten. Wunderschön.

Donnerstag – 6.30 Uhr aufstehen, Frühstück.
Ich hatte sehr gut geschlafen und freute mich auf die kommenden Erlebnisse. Wir sind mit dem Jeep weit in die sandige Wüste gefahren. An einer kleinen Oase machten wir halt und stiegen auf Kamele um. Jeder auf dem Rücken eines Kamels ließen wir uns ca. 3 Stunden durch die Wüste tragen. In alle Richtungen um einen herum nichts als Sand, jede Menge Sandberge. Das ist ein eigenartiges Gefühl. Diese lebensfeindliche Umgebung aber doch so schön. Es war ja Dezember und daher hielten sich die Temperaturen in Grenzen. Es war angenehm warm aber nicht zu heiß. Dieser Ritt auf den Kamelen hat mir besonders viel Spaß gemacht und wer dazu die Möglichkeit hat, sollte das auf jeden Fall auch einmal probieren. Der Tag ging schnell vorbei, viel zu schnell und so landeten wir am späten Nachmittag in Nefta, nahe der albanischen Grenze. Wir besuchten ein sehenswertes Museum und hatten den Abend Zeit zur freien Verfügung. Wir saßen in der Hotelbar, haben uns gut unterhalten und ich habe das erste Mal eine Wasserpfeife geraucht. Die Zimmer in dem Hotel waren schon ziemlich urig, das Bett war aus Stein gebaut und das Fenster ziemlich klein. Ich kam mir vor wie in einer Berberhöhle. Geschlafen habe ich trotzdem gut.

Wüste und PalmenFreitag – 5.30 Uhr aufstehen, Frühstück.
6.30 Uhr Abfahrt im dunkeln aus Nefta. Nach ca. 45 min. Fahrt machten wir Stopp. Sonnenaufgang – genauso schön wie der Untergang. Einzelne, hohe spitze Berge stechen aus der glatten, ebenen Landschaft empor. Ein super Panorama. Weiterfahrt bis zu einer Oase mit einem kleinen Dorf, direkt am Fuß eines Berges. Wir bestiegen den Berg, sahen alte Ruinen eines zerfallenen Dorfes welches vor 35 Jahren nach einem starken Regenguss überschwemmt wurde. Eine warme Quelle sprudelte aus dem Berg und nährte die Oase. Wir bestiegen weiter den Berg. Von ganz oben hatte man eine tolle Aussicht, die wir eine Zeitlang genossen haben. Nach dem Abstieg ging es mit der Fahrt weiter Richtung Norden. In der Ferne sah man die Berge (Atlasgebirge) immer größer werden. An einem Canyon machten wir an einem Wasserfall einen kurzen Stopp. Ich mit der Kamera in der Hand los, eifrig dabei mich umzusehen. Ich hatte eine Stelle zum Filmen entdeckt und wollte über einen kleinen Bach springen. Ich nahm Anlauf, dann Absprung und … Landung im Wasser. Klitschnass von oben bis unten, Kamera auch im Eimer – na ja, das war wenigstens eine Show für die anderen Leute. Es war ja noch früh am Morgen und noch nicht sehr warm. Also andere Klamotten an und die Schuhe aufs Dach gebunden. Abdul hat mir seine Puschen geborgt und ist barfuß gefahren, was ich eigentlich gar nicht wollte aber er bestand darauf. Weiter ging die Fahrt durch die Berge, an Abbaustellen für Phosphate vorbei, dicht an der Grenze von Algerien entlang. Zwischendurch wurde immer mal wieder eine kleine Pause gemacht, Mittag gegessen und so kamen wir am Nachmittag in Kairouan an. Abdul fragte uns, ob wir uns eine Teppichfabrik ansehen wollten und so taten wir dieses dann auch. Während der Vorführung war man erpicht darauf, uns die tollen Teppiche zu verkaufen aber keiner wollte einen haben und so haben sie die Vorführung abgebrochen. Ich glaube Abdul hatte ein bisschen Ärger deshalb bekommen. Unsere Wüsten-Safari endete um 19.00 Uhr wieder in Sousse. Diese Wüstentour ist leider viel zu schnell vorüber gegangen, sie war wirklich das Highlight während meines Tunesienurlaubs.

Den Samstag
habe ich komplett am Strand verbracht und gefaulenzt.

Am Sonntag
ging es wieder zurück ins kalte Deutschland. Dieser Urlaub wird mir noch lange in Erinnerung bleiben, die einzigartige Natur und der Flair der Wüste haben mich schwer beeindruckt. Ich kann so eine Wüstentour wirklich jedem empfehlen. Das ist ein besonderes Erlebnis. Alle Details und viele Eindrücke konnte ich gar nicht niederschreiben aber ich hoffe, ich konnte den Lesern meinen Urlaub etwas näher bringen und sie vielleicht auch dafür begeistern.

Gruß Sascha

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