Fallschirmspringen – ich habe es getan…

Fallschirmspringen Tandemsprung

Fallschirmspringen – ich habe es getan…

…zum aller ersten mal. Gestern habe ich mir meinen großen Traum vom Fallschirmspringen endlich erfüllen können. Ich habe aus 4000m Höhe einen Tandemsprung gemacht und diesen Traum konnte ich mir dank meiner lieben Freunde erfüllen. Sie schenkten mir zu meinem 30. Geburtstag das nötige „Kleingeld“ welches man braucht, um so einen Fallschirmsprung zu wagen. An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön! Nun möchte ich einfach mal davon berichten um anderen vielleicht die Angst zu nehmen oder sie dafür zu begeistern.

Das war mein erster Fallschirmsprung…

Am Sonntag war strahlend blauer Himmel, keine Wolke weit und breit, also der perfekte Tag um die Welt von oben zu sehen. Also rief ich auf dem nahegelegenen Flugplatz an und ließ mich schon einmal für den Sprung eintragen. So fuhren mein Mann, meine 2 kleinen Kinder und ich los, mit einem kleinen kribbeln im Bauch. Dort angekommen, muss man sich anmelden und unterschreiben, dass man unter keinen schweren Krankheiten leidet und nicht Selbstmordgefährdet ist – hoffentlich mein Master an dem ich hängen würde auch nicht…

An diesem Tag war der Andrang nach Fallschirmspringen so groß, dass wir 3 Stunden warten mussten. Wir schauten ganz gespannt den anderen Springern beim landen zu. Sie kamen alle mit einem großen Lächeln wieder unten an und sahen ganz glücklich aus. Meine Freude stieg von Minute zu Minute. Dann endlich, um 14.00 Uhr, wurde mein Name über die Lautsprecher aufgerufen. Es konnte losgehen. Ich ging also in die Halle wo wir uns alle trafen und wir unserem Master vorgestellt wurden. Mit mir zusammen würde Holger springen, ein netter und sehr sympathischer Fallschirmspringer, mit über 1000 Sprüngen Erfahrung.

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Wir waren 4 Tandemspringer und erhielten eine 15minütige Einweisung. Wir mussten uns alle mit dem Bauch auf den Boden legen und üben, wie wir uns im freien Fall verhalten sollten. Den Kopf in den Nacken, die Hände an die Schultergurte, ins Hohlkreuz gehen, Brust raus und die Beine hinten hoch, also eine „Banane“ machen. Ok, dass könnte funktionieren. Wir übten dann auch noch die Landung. Bei der Landung muss man mit den Händen unter die Knie fassen und die Beine hoch ziehen, so das ein 90 Grad Winkel entsteht. Während dieser Einweisung war schon Harry, der Videofilmer und Fotograf, immer in meiner Nähe um auch diese Einweisung auf Video für mich festzuhalten. Ich hatte ihn bei der Anmeldung des Fallschirmsprunges extra gebucht, um diesen Moment für immer dokumentieren zu lassen. Er begleitete mich also während der ganzen Zeit und auch beim Sprung. Nach den Übungen bekamen wir unsere roten Anzüge und die Gurte, mit denen man mit seinem Hintermann verbunden ist. Das sind 4 Haken, von denen jeder einzelne 4 Tonnen Gewicht tragen kann. Also, selbst wenn einer ausfallen würde, kein Problem.

Der Flieger stand schon für uns bereit und wir stiegen alle in die kleine Maschine ein. Holger und ich saßen ganz vorne an der Tür, wir waren also die ersten die springen mussten. Im Flugzeug sitzt man auf dem Boden ganz dicht beieinander und mein Master Holger schloss die Haken schon einmal an. Unsere Helme mit Fliegerbrille brauchten wir erst ganz zum Schluss aufsetzen. Die Aussicht war grandios, wir sahen die Stadt von oben und alles wurde immer kleiner. In 500m Höhe dachte ich schon wir wären jetzt oben angekommen aber ich wurde eines Besseren Belehrt. Es ging immer weiter in die Höhe. Bis wir die 4000m Höhe erreichten dauerte es 25 Minuten, was auch an der warmen Luft lag, sonst wäre es wohl etwas schneller möglich gewesen sie zu erreichen. Mir war’s recht. So konnten wir länger den tollen Ausblick genießen.

Der Freie Fall

Fallschirmspringen TandemsprungDann kam der Moment in dem die Tür aufging. Ich musste mit Holger an den Rand des Fliegers rutschen und die Beine raushängen lassen. Diesen Moment habe ich als den kribbeligsten in Erinnerung. Adrenalin pur! Es war ein Wahnsinns Gefühl und ich wäre wohl dort noch eine ganze Weile sitzen geblieben, wenn Holger nicht meine Stirn nach hinten gedrückt hätte damit ich meinen Kopf in den Nacken legte. Bestimmt kannte er das Zögern der Leute schon sehr gut. Es hätten sich sicher einige anders überlegt, wenn man da zu lange zögern würde. Dann lehnte er sich nach vorne und schob uns so aus dem Flieger raus. Wir machten eine Rolle im freien Fall und flogen kurz mit dem Rücken zur Erde. Er bekam uns aber wieder ins Gleichgewicht und wir rasten in einem Wahnsinnstempo auf die Erde zu. Diese Momente kann ich kaum beschreiben, da fehlen mir auch heute noch die Worte. Wie soll man das beschreiben, es geht gar nicht. Das kribbeln im Bauch kommt auch nach 24 Stunden zurück. Als wäre es gerade passiert. Harry, der Filmer, stand schon während unseres Fluges an der Tür draußen am Flugzeug. Er wartete also nur auf den Moment in dem wir springen würden.

Fallschirmsprung Tandemsprung aus 4000m HöheDer freie Fall war irre schön und kaum zu vergleichen mit anderen Sachen. Eine Achterbahn ist nichts dagegen. Ich hatte keinen Moment Angst oder fühlte mich unsicher. Alles war so entspannt. Harry flog immer genau vor mir und so konnte ich in die Kamera winken, die Arme ausstrecken und lachen. Man muss nur darauf achten durch die Nase zu atmen, durch den Mund bekommt man keine Luft. Wir flogen ca. 50 Sekunden im freien Fall. Dann gab mir Holger das Zeichen mich wieder an den Gurten in Schulterhöhe festzuhalten. Dann öffnete er den Fallschirm. Es gab einen großen Ruck und mir kam es vor, als seien wir wieder nach oben zum Flugzeug geschnellt. Dabei sind wir nur ruckartig langsamer geworden. Jetzt konnten wir auch wieder unsere Brillen absetzen und uns sogar unterhalten. Wir flogen viele Kurven, mal nach links und mal nach rechts. Ich durfte auch mal steuern und uns nach links und nach rechts drehen. Die Welt von oben in so einer Ruhe zu sehen war einfach wunderschön. Ich kann leider nicht genau sagen wie lange wir so schwebten, ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Ich wünschte nur, es würde noch länger dauern.

Dann kamen wir dem Boden immer näher und wir legten eine „saubere“ Landung hin. Mit den Füßen über das Gras rutschend und dann auf dem Hintern zum sitzen gekommen. Nicht sehr elegant, dafür ohne Verletzung. Immerhin. Ich war glücklich, noch vom Adrenalin ganz high. Nach nur 15 Minuten bekam ich meine Urkunde, meine DVD und die Fotos. Es hat sich wirklich gelohnt und am liebsten wäre ich sofort in den nächsten Flieger gestiegen um es noch einmal zu tun. Ich werde jetzt Anfangen zu sparen und dann irgendwann noch einmal springen. Ich kann es nur absolut empfehlen und allen raten auch einmal einen Fallschirmsprung zu versuchen.

Vielleicht konnte ich meine Begeisterung etwas in diesem Bericht vermitteln und Euch etwas anstecken mit dem „Virus“ des Fallschirmspringens. Denn eins ist klar, es macht auf alle Fälle süchtig.

Euer Paulchen

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Video: Fallschirmspringen – 1Min. freier Fall

 




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